RHEUMATOIDE ARTHRITIS

Die rheumatoide Arthritis - kurz RA -  ist die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung. 0,5–0,8 % der Bevölkerung sind hiervon betroffen. Frauen etwa dreimal häufiger als Männer. Obwohl bei Erwachsenen erste Symptome meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auftreten, kann die rheumatoide Arthritis in jedem Alter entstehen.

Bei der rheumatoiden Arthritis richtet sich das Immunsystem gegen die Gelenkinnenhaut und verursacht dort eine Entzündung, die mit einer deutlichen Zellvermehrung und Vergrößerung der Gelenkinnenhaut (Pannus) einhergeht (Bild 1). Die wuchernde Gelenkinnenhaut dringt in den Gelenkspalt vor (Bild 2) und überwächst das Knorpel- und Knochengewebe.

Ohne Behandlung kommt es in diesem Bereich zu einer fortschreitenden Zerstörung von Knorpel- und Knochengewebe, das vom Körper nicht mehr ersetzt werden kann. Mögliche Folgen sind Schmerzen, Schwellungen und Gelenkergüsse und in späten Stadien bleibende Fehlstellungen und Versteifungen an den Gelenken, z.B. der Hand. Oft sind bei der RA Gelenke befallen, seltener Gefäße und Organe wie Herz, Lunge oder Auge. Ohne angemessene Behandlung besteht ein erhöhtes Risiko für entzündungsbedingte Komplikationen im Herz-Kreislaufsystem (Schlaganfall, Herzinfarkt), was sich auch auf die Lebenserwartung auswirkt. 

Symptome

Die rheumatoide Arthritis beginnt typischerweise schleichend. Erste Krankheitssymptome können sein:

  • allgemeine Zeichen wie Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Schwäche, Gewichtsverlust
  • schmerzende Gelenke, besonders bei Bewegung; auch ein Händedruck kann weh tun
  • geschwollene Gelenke
  • steife Gelenke am Morgen und nach dem Aufwachen für längere Zeit
  • eingeschränkter Faustschluss
  • Hand-, Fingergrund-, Fingermittel- und/oder Zehengrundgelenke betroffen
  • typisch für die etablierte RA sind anhaltende Beschwerden an mehreren Gelenken (mindestens 3 Gelenke über mindestens 6 Wochen)
  • symmetrisches Befallsmuste

Verlauf

Ohne Behandlung bleibt die Entzündung bestehen und breitet sich aus. Sehr oft verläuft die Erkrankung in Schüben. Hierbei wechseln sich symptomfreie Phasen mit solchen starker Beschwerden ab. 

Welche Ursachen und Risiken gibt es für die Entstehung der rheumatoiden Arthritis?

Die Ursache für die Entstehung der rheumatoiden Arthritis ist noch nicht endgültig geklärt. Wahrscheinlich werden zu Beginn des Krankheitsprozesses Zellen des körpereigenen Abwehrsystems aktiviert, die sich in einem Autoimmunprozess gegen den eigenen Körper richten. 

Es gibt Risikofaktoren, die die Entstehung von entzündlichem Rheuma begünstigen können. Dazu gehören eine familiäre Veranlagung, das Alter, Rauchen, Übergewicht und Diabetes mellitus.

Wie wird die Diagnostik bei der rheumatoiden Arthritis durchgeführt?

Für die Diagnosestellung beurteilt der Facharzt (Rheumatologe) zunächst die Symptome und überprüft die Beweglichkeit der Gelenke. Hierbei sind die Schmerzen und die Schwellungen der Gelenke ein Hinweis. Die Dauer einer eventuellen Morgensteife der Gelenke ist dabei genauso wichtig wie weitere Beschwerden. 

Folgende weitere Diagnoseverfahren stehen zur Verfügung:

  • Blutuntersuchungen im Labor
  • Röntgenaufnahmen, insbesondere Aufnahmen beider Hände und Füße
  • Ultraschalluntersuchung 

Wie wird die rheumatoide Arthritis behandelt?

Folgende Therapieverfahren stehen zur Verfügung:

  • Medikamentöse Therapie
  • Physikalische Therapie (Kälte- oder Wärmebehandlung, Bäder)
  • Krankengymnastik
  • Ergotherapie (Gelenkschutztraining)
  • Psychosoziale Betreuung
  • Patientenschulung
  • Evtl. chirurgische Eingriffe 

Der Einsatz von Schmerzmitteln: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), z.B. Ibuprofen und Diclofenac vermindern die Schmerzen gut, haben jedoch keine krankheitsbeeinflussende Wirkung. Glukokortikoide (z.B. Prednisolon) wirken sehr schnell schmerzlindernd und entzündungshemmend und können Gelenkzerstörungen hinauszögern. Die Dosierung sollte so niedrig wie möglich und die Einnahmedauer so kurz wie nötig sein. 

Der Effekt von Basistherapeutika, den sog. Disease Modifying Anti-Rheumatic Drugs – kurz DMARDs, setzt erst mit Verzögerung ein, dafür können sie den Krankheitsverlauf im Idealfall sogar vollständig zum Stillstand bringen.

Da es sich bei der rheumatoiden Arthritis um eine chronische Erkrankung handelt, sind die Basistherapeutika meist über entsprechend lange Zeiträume zu verabreichen. Bei guter Wirksamkeit und Verträglichkeit wird die Therapie oft lebenslang fortgesetzt. Zu den wichtigsten Basistherapeutika zählen die Wirkstoffe Methotrexat, Leflunomid, Sulfasalazin, Azathioprin und Antimalariamittel. 

Biologika kommen dann zum Einsatz, wenn die Therapie mit Basistherapeutika nicht ausreichend wirkt. Bei Biologika handelt es sich um Medikamente, die gegen körpereigene Botenstoffe gerichtet sind, die bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der rheumatischen Erkrankung eine wichtige Rolle spielen.

Behandlungsziele 
Die Gelenkzerstörung schreitet zu Beginn der Erkrankung nicht nur am stärksten fort, sondern ist in diesem Zeitraum auch am besten durch eine krankheitsmodifizierende Therapie zu stoppen. Das Ziel ist eine dauerhafte Kontrolle der Krankheitsaktivität. Durch eine frühzeitig eingeleitete Behandlung mit einer sog. Basistherapie lässt sich dieses Ziel häufiger erreichen und die Langzeitprognose entscheidend verbessern.

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