PSORIASIS-ARTHRITIS

Die Psoriasis-Arthritis ist eine chronisch entzündliche, in Schüben verlaufende Gelenkentzündung, die mit einer Schuppenflechte (Psoriasis) einhergeht. Der Hautbefall zeigt sich in der Regel vor der Gelenkerkrankung und tritt seltener gleichzeitig oder gar nach Diagnose der Arthritis auf. Durchschnittlich liegen zwischen dem Auftreten erster Hauterscheinungen  und den Gelenkentzündungen 10 Jahre.

Am häufigsten sind die Kniegelenke betroffen, gefolgt von den Endgelenken der Finger, der Sprunggelenke und der Mittel- bzw. Endgelenke der Zehen. Auch Wirbelsäule und Sehnenansätze können von der entzündlichen Reaktion betroffen sein.

Die Psoriasis-Arthritis beginnt oft schleichend und ist mit schmerzhaften Gelenkschwellungen, Rötungen und Bewegungseinschränkungen verbunden. Im Gegensatz zur rheumatoiden Arthritis sind die Gelenke meistens ungleichmäßig befallen. Liegt ein schwerer Krankheitsverlauf vor, kann es zu einer Zerstörung der Gelenke und Wirbel kommen.

Die Haut- und Nagelveränderungen einer Psoriasis-Arthritis werden im Kapitel über die Psoriasis vulgaris mit Therapiemöglichkeiten beschrieben.

Wahrscheinlich tritt die Psoriasis-Arthritis deutlich häufiger auf, als bisher angenommen. Untersuchungen lassen vermuten, dass jeder fünfte  Patient mit einer Schuppenflechte auch unter einer Arthritis leidet. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten, jedoch häufiger zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Frauen und Männer erkranken gleich häufig.

 

Welche Rolle spielt die Lebensweise für die Entstehung der chronischen Gelenkentzündung – Psoriasis-Arthritis?

Noch sind nicht alle möglichen Faktoren genau identifiziert, man weiß aber, dass Stress, physische oder psychische Traumata sowie Infektionen mit Streptokokken eine Psoriasis bzw. Psoriasis-Arthritis auslösen oder verschlimmern können.

Für viele Patienten ist es sinnvoll, Methoden zu finden, wie sich Stresssituationen vermeiden bzw. bewältigen lassen.

Manche Patienten berichten, dass einzelne Lebens- und Genussmittel einen Schub verstärken oder sogar auslösen: Alkohol und Nikotin zum Beispiel. Außerdem wirkt sich ein starkes Übergewicht ungünstig auf die Schuppenflechte und die Arthritis aus.

Wie wird die Diagnostik bei der chronischen Gelenkentzündung – Psoriasis-Arthritis – durchgeführt?

Zu Beginn der Erkrankung ist eine Psoriasis-Arthritis oft schwierig zu diagnostizieren. Häufig sind nur einzelne Gelenke entzündet, ein typisches Befallsmuster an Finger- und Zehengelenken fehlt bei vielen Patienten. Zwischen den einzelnen Krankheitsschüben gibt es beschwerdefreie Phasen, die eine Diagnosestellung ebenfalls erschweren. Charakteristische Laborwerte fehlen häufig oder geben keinen sicheren Hinweis.

Häufig vergeht eine gewisse Zeit, bis die Diagnose einer Psoriasis-Arthritis gesichert ist. Der Facharzt für Rheumatologie ist der richtige Ansprechpartner. Er kann die entzündeten Gelenke fachgerecht beurteilen.

Verschiedene Verfahren zur Diagnose einer Psoriasis-Arthritis stehen zur Verfügung. Hierzu gehören die körperliche Untersuchung beispielsweise durch Abtasten der Gelenke, Laboruntersuchungen des Blutes sowie bildgebende Verfahren (Röntgenbilder, Gelenkultraschall, Gelenkszintigrafie, Magnetresonanztomografie).

Wie wird die chronische Gelenkentzündung – Arthritis psoriatica – behandelt?

Entsprechend der Diagnose legt der Arzt die individuell geeignete Therapie fest. Krankheitsbedingte Entzündungen an Gelenken, Knochen und Bändern sind zu reduzieren und Schmerzen zu lindern. Eine Heilung der Psoriasis-Arthritis ist nicht möglich. Das Hauptziel der Therapie ist, das Fortschreiten der Erkrankung hinauszuzögern.

Folgende Therapieverfahren stehen zur Verfügung 

  • Medikamentöse Therapie
  • Krankengymnastik
  • Ggfs. chirurgische Eingriffe

Bei Schmerzen und entzündlichen Gelenkreaktionen verordnet der Arzt zunächst rasch wirksame Medikamente, sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) - in angepasster Dosierung. Dazu gehören beispielsweise Ibuprofen oder Diclofenac.

Im akuten Erkrankungsschub sind zusätzlich entzündungshemmende Medikamente (Glukokortikoide wie z.B. Prednisolon) oft unverzichtbar, da sie sehr schnell und effektiv die Entzündung eindämmen. Sind einzelne Gelenke stark entzündet, verabreicht der Arzt auch glukokortikoidhaltige Spritzen, die er direkt in den Gelenkspalt injiziert. Die nächste Stufe der medikamentösen Behandlung ist eine Langzeittherapie mit Antirheumatika, auch Basistherapeutika genannt. Hierzu zählen beispielsweise Methotrexat, Leflunomid und Sulfasalazin. Der Hauptansatzpunkt der Basistherapeutika ist es, das fehlgesteuerte Immunsystem zu regulieren. Nur so lässt sich der gelenkzerstörende Prozess der Psoriasis-Arthritis aufhalten oder zumindest bremsen. Ein Ansprechen dieser Medikamente ist erst nach 6 Wochen bis 3 Monate zu erwarten.

Biologika kommen dann zum Einsatz, wenn die Therapie mit Basistherapeutika nicht ausreichend wirkt. Bei Biologika handelt es sich um Medikamenten, die gegen körpereigene Botenstoffe gerichtet sind, die bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der rheumatischen Erkrankung eine wichtige Rolle spielen.

Sollte mittels medikamentöser Therapie keine zufriedenstellende Besserung an den Gelenken eintreten, sind operative Maßnahmen und ein Gelenkersatz zu erwägen. Zur Erhaltung der Beweglichkeit sind ergänzend gezielte krankengymnastische Übungen wichtig.

Zunehmende therapeutische Bedeutung haben auch nicht-medikamentöse Maßnahmen, wie der Erfahrungsaustausch in Selbsthilfegruppen oder die Teilnahme an Patientenschulungen.

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